
Die letzte Lücke im deutschen Alphabet ist geschlossen – zumindest technisch. Das ß gibt es nun auch als Großbuchstabe erstmals verankert in den internationalen Zeichensätzen ISO-10646 und Unicode 5.1. Es hat dort den Platz mit der Bezeichnung 1E9E. Das bestätigte das Deutsche Institut für Normung (DIN) in Berlin auf Anfrage. Damit hatte ein Antrag der DIN-Leute, eine Norm für das große ß zu schaffen, teilweise Erfolg.
Nach vielen Fachdiskussionen um das versale ß (Wikipedia dazu), schlägt sich das Thema auch in den allgemeinbildenden Medien nieder:
ISO-Arbeitsgruppe schlägt Unicode mit “ß” als Großbuchstaben vor (heise online)
Das große Eszett kommt (Focus Online)
Hilfe! Ein Buchstabe fehlt! (Süddeutsche)
Ursprünglicher Initiator der Debatte waren Andreas Stötzner und seine Signa Ausgabe 9.
Das bedeutet erst einmal Arbeit für viele Schriftgestalter, die nun ihre Fonts erweitern dürfen. Sofern dann ein Font auch die Majuskelvariante bietet, kann jeder Designer selbst entscheiden, ob er weiterhin SS als Großbuchstaben wählt, wie es auch nach der Normung die korrekte Rechtschreibregel bleibt, oder ob er lieber dem ß zu einem Comeback verhelfen möchte, was nicht nur grammatisch ebenfalls korrekt wäre sondern auch stilistisch, zumindest am Anfang der Umstellung, für einen Hingucker sorgen dürfte.
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